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Ausgangslage
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Mit Produkten der the box pro Serie bin ich bislang sehr gut gefahren. So habe ich seit knapp 10 Jahren mittlerweile ein Paar the box pro Mon A12 im Einsatz, häufig als klein-PA zweckentfremdet, bei größeren Gigs auch klassisch als Monitor-Wedge. Ich war nun auf der Suche, nach kleineren, leichteren, kompakteren Monitoren für den Einsatz bei kleineren, eher akustischen Gigs. Wegen der guten Erfahrungen mit einigen Thomann-Hausmarken im Allgemeinen und mit den the box pro Mon A12 im speziellen fiel meine Wahl recht schnell auf die the box pro DSP 108.
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Allgemein
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Wie erwartet ist die DSP 108 schön kompakt und auch entsprechend leicht. Angenehm finde ich auch, dass ins Gehäuse verschiedene Gewinde eingelassen sind, um mehrere mögliche Befestigungsarten abzudecken. Die Menuführung ist selbsterklärend, falls man über den Standard-Betrieb (anschließen, einschalten, aufdrehen, loslegen) hinaus noch etwas finetunen möchte.
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Sound
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Bei einer Box dieser Größe darf man keine Wunder erwarten, die ihr zugedachte Aufgabe, meistert die DSP 108 meine Erachtens jedoch mit Bravour. Ich hatte sie nun mal im Proberaum als mini-PA und bei zwei Gigs in Kneipen-Größe als Monitor im Einsatz. Das Klangbild empfand ich stets als sauber und die über die Box geschickten Signale konnte ich akustisch gut erkennen und voneinander trennen. Es gab also keinen "Akustik-Matsch".
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Kritik
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Beim Einsatz im Proberaum ließen wir alle Signale über die beiden DSP 108 laufen, d.h. E-Drumset, E-Bass, E-Gitarre und drei Gesangsmikrofone. Der Eingang der Box war auf 0dB geregelt und der Master-Volume-Regler stand in Mittelstellung eingerastet (war also nicht brutal aufgedreht). Das Signal vom Pult war gut ausgesteuert, aber nicht im Clipping-Bereich. Das heißt wir hatten bei diesen Einstellungen einen ordentlichen Pegel, ich hatte jedoch nicht das Gefühl, dass wir die Boxen unnötig quälten. Trotzdem bemerkten wie während des Spiels so etwas wie Aussetzer. Mindestens eine der beiden Boxen verschwand immer wieder aus dem Klangbild, um kurz darauf wieder zu kommen. Es ist naheliegend, dass hier der Limiter eingegriffen und die Box runter geregelt hat. Zum Schutz der Hardware ist das auf jeden Fall gut, wenn das live passiert, ist das natürlich fatal.
Das war jedoch das einzige Mal, dass diese Probleme auftraten. Wie gesagt hatten wir die Boxen bei zwei Auftritten als Monitore im Einsatz. Die Anzahl an Signalen, die die Boxen wiederzugeben hatten, war etwas moderater (Gesang, Keyboard oder Gitarre und auf einer der beiden Boxen noch ein klein wenig E-Bass). Der Pegel war auch bei diesem Gig recht ordentlich, wir mussten aber keinen der Verstärker hochdrehen, hatten also noch immer Luft nach oben. Bei diesen Gigs hatten wir KEINE Drop-Outs. Die DSP 108 haben schlicht und einfach ihren Dienst getan und das auch sehr, sehr gut.
Letztendlich noch eine kleine Kritik zur Formgebung: in liegender Position strahlen die Boxen mehr oder weniger am Boden entlang, sie liegen also sehr flach. Die Gehäuse verfügen hinten an den Seiten zwar über Flächen, die etwas angewinkelt sind, damit die liegende Box leicht nach oben strahlt, der Winkel ist aber viel zu klein. Ich habe bei den Gigs einfach vorne etwas untergelegt, werde aber noch einen richtigen Halter konstruieren, der mir die Box in die gewünschte Position bringt.
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Fazit
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Vom Preis-/Leistungsverhältnis her bin ich einmal mehr voll zufrieden. Ich bezweifle nicht, dass es hochwertigere und bessere Lösungen gibt, diese Boxen befinden sich dann aber in völlig anderen Preisklassen. Ich empfinde die DSP 108 klanglich als sehr ausgewogen und sauber und bin mit der Leistung auch glücklich. Wie gesagt sollte man sich recht klar drüber sein, wo die Grenzen solch einer kleinen Box liegen. Ich werde sie vor allem als Monitore nutzen, in Verbindung mit passenden Subwoofern würden sie sich aber sicher auch sehr gut als kompakte PA eignen.
Das Problem mit den Aussetzern werde ich weiter im Auge behalten und ggf. hier noch einmal nachbessern, aktuell gehe ich aber davon aus, dass wir entweder die Boxen überlastet haben, oder dass das Problem gar nicht bei den Boxen lag (das Stromnetz des Proberaums ist eine einzige Vollkatastrophe). Aktuell würde ich behaupten, dass die DSP 108 an sich nicht das Problem war.